Historie

Über 140 Jahre Jahre Gasthaus "Grüner Baum" bekannt unter dem Hausnamen "S' Paulis"

Dieser im Gründungsjahr 1871 vom damaligen Volksmund ereilte Hausname entstand aus den beiden Vornamen des Bisitzerehepaares Paul und Pauline Armbruster.

Bescheidenheit und große Anstrengungen nebst einem großen Stück Schwarzwälder Gastlichkeit waren damals Voraussetzung zur Eröffnung und Führung des Gasthofes "Grüner Baum", zumal in dieser Zeit noch keine Straße, sondern nur ein schmaler Karrenweg in Richtung Bad Peterstal vorhanden war und dadurch keine Möglichkeit für die Durchfahrt anderer Fahrezeuge bestand. Dazu kam, dass zwei Monate vor der Eröffnung ein weiteres Gasthaus unter dem Namen "Zuflucht" im Schapbacher Zinken eröffnet wurde, welches aber Ende der achziger Jahre geschlossen wurde. Der Hautpgrund zur Eröffnung zweier Gasthöfe war der Silber- und Kupferbergbau, welcher in diesem Tal allein aus fünf Bergwerken bestand.

Leider lagen diese von Zeit zu Zeit immer wieder still und wechselten des öffteren ihre Besitzer, was für den Aufbau des Gasthofes "Grüner Baum" keine goldene Zeit bedeutete.

1877 verstarb nach vielen arbeitsreichen Jahren Pauline Armbruster, die Besitzerin des Gasthofes. Ihr Ehemann Paul folgte ihr 10 Jahre später im Jahre 1887 im Alter von 70 Jahren.

Es folgten weitere Generationen und Eheschließungen, darunter auch die des Bergmanns Wilhelm Weis aus dem Försterhaus in Wildschapbach mit der damaligen Wirtstochter Euphrosine Armbruster.

Inflation und der zweite Weltkrieg haben auch diesem Ehepaar nicht verwehren können, dem "Grüner Baum" ein zeitgemäßes Gepräge zu verleihen.

Die Ehe wurde mit sechs Kindern gesegnet, wovon der jüngste Sohn Emil Weis den "Grüne Baum" im Jahre 1977 übernahm.

Einhundert Jahre Geschichte waren bereits über das Haus ergangen und sein inneres und äußeres Ansehen entsprachen nicht mehr den neusten Gesichtspunkten und so faßte Emil Weis den bestimmt nicht leichten Entschluß, das alte Gebäude abzureißen und in einem neuen, rustikalen Schwarzwaldstil aufzubauen.

Am 15. Juli 1978 fiel das alte Haus der Spitzhacke zum Opfer. Für die Eltern von Emil Weis war dies ein schwerer Abschied, nachdem sie als Wirtsleute über 40 Jahre schwere Aufbauarbeit geleistet hatten und die Mutter, Euphrosine Armbruster, noch in diesem Haus geboren war.

Durch höchste Einsatzbereitschaft des Architekten Gerhard Jogalla und der von ihm beauftragten Baufirmen, entstand in kürzester Zeit ein neues, sich der Landschaft und dem Stil anpassendes Schwarzwälder Bauwerk im romantischen Wildschapbachtal.

Im Wonnemonat Mai 1979 heiratete Emil Weis die Winzertochter Inge Jüngling aus Sternenfels. Auch hier wurde die Hochzeit - wie Generationen zuvor - mit Maien und Blasmusik gefeiert. Zwei Wochen später, Ende Mai 1979, wurde der Gasthof im neuen Glanz wiedereröffnet. Das Erbe mit fachlichem Können und Schwarzwälder Gastlichkeit fortzuführen, war damals das größte Bestreben der jungen Eheleute Emil und Inge Weis.

Unter Ihrer Regie wurde das Traditionsgasthaus dreimal als freundlichster Gastgeber in der Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach gekürt. Der "Grüne Baum" war damals ein beliebtes Ausflugsziel für Feriengäste aber auch Motorradfahrer und viele Einheimische schätzten den "Grünen Baum". Besonders beliebt waren die Kochkünste von Chefköchin Inge Weis, die über 40 Jahren hinter dem Herd stand.

In den Jahren 1980 und 1983 wurden Ihre beiden Kinder Viola und Timo geboren. Diese sind mittlerweile auch selbst verheiratet und schenkten Ihnen insgesamt 5 Enkelkinder.

Im Januar 2013 schloss, dann das Traditionsgasthaus seine Pforten. Das Ehepaar Inge und Emil Weis verabschiedete sich in den wohlverdienten Ruhestand. Das Ende dieser Ära wurde mit einer großen Abschiedsparty gefeiert, bei der Freunde, Stammgäste, Nachbarn und Lieferanten eingeladen wurden.

Das Gasthaus wurde danach in mehrere Wohneinheiten umgebaut, in denen nun Emil und Inge Weis sowie Timo Weis und seine Familie wohnen.

Seit Januar 2016 betreibt der Sohn Timo Weis nun eine kleine Ferienwohnung, die sich in der 3. Etage des ehemaligen Gasthauses befindet.